MTB-Fahrtechnik richtig lernen: Der offizielle Lehrweg 2026 einfach erklärt
Der Lehrweg, nach dem Mountainbike-Fahrtechnik in Österreich gelehrt wird, ist nicht neu — aber seit Juli 2026 gibt es ihn zum ersten Mal als offizielles Dokument: den „Lehrweg Mountainbike Fahrtechnik“ von Bikeguide Austria, der Ausbildungsorganisation des Österreichischen Radsportverbands (Cycling Austria). In diesem Beitrag erkläre ich dir, was drinsteht, warum das für dich als Rider eine gute Nachricht ist — und wie du damit dein eigenes Level einordnest.
Kurz zu mir: Ich bin Thomas, staatlich geprüfter Gravity-Instruktor und Bikeguide (ÖRV-Ausbildung) — und ich unterrichte genau nach diesem Lehrweg. Unser gesamtes Kurssystem bei GEMMA AUSSI ist daran ausgerichtet, vom ersten Rollen am Parkplatz bis zum Drop im Bikepark. Was hier steht, ist also keine Theorie aus zweiter Hand, sondern das, was ich jede Woche am Trail vermittle.
Was ist der Lehrweg Mountainbike Fahrtechnik?
Der Lehrweg ist das offizielle Ausbildungs-Fundament für MTB-Fahrtechnik in Österreich — herausgegeben 2026 von Bikeguide Austria (Cycling Austria). Er legt fest, was gute Fahrtechnik ausmacht, in welcher Reihenfolge man sie sinnvoll lernt und woran du selbst merkst, dass eine Bewegung stimmt. Instruktoren und Guides in ganz Österreich werden danach ausgebildet.
Für dich als Rider heißt das: Wenn dein Kurs nach dem Lehrweg aufgebaut ist, lernst du nicht die Lieblingstricks eines einzelnen Coaches, sondern ein System, das aufeinander aufbaut — und das überall gleich heißt. Genau dafür gibt es diesen Standard.
Die drei Kernelemente: Haltung, Position, Blick
Das Herzstück des Lehrwegs sind die drei Kernelemente der MTB-Fahrtechnik: Haltung, Position und Blick. Jede Technik — jede Kurve, jede Stufe, jeder Drop — ist am Ende nichts anderes als die Anpassung dieser drei an das, was der Trail gerade verlangt.
1. Haltung — „Gorilla first!“
Die Haltung beschreibt, wie aktiv du auf dem Bike stehst: Gewicht auf den Füßen, Arme gebeugt und locker, die Beugung sitzt in Armen und Hüfte, der Rumpf hält stabile Spannung. So werden Arme und Beine zu deinem körpereigenen Fahrwerk. Der Cue dazu: „Gorilla first!“ — erst die athletische Haltung, dann alles andere. Steht die Haltung nicht, funktioniert keine einzige Technik darüber.
2. Position — wo du über dem Bike bist
Die Position beschreibt, wo sich dein Körperschwerpunkt über dem Bike befindet — zentral als Ausgangslage, und situativ angepasst: Wird es steiler, wandert die Hüfte über die Hüftbeugung (Hip Hinge) nach hinten. Geht es bergauf, rutschst du am Sattel nach vorne. Die Kontrolle läuft über das Fühlen, nicht über Zahlen: Gewicht auf die Füße, nur leichter Druck am Lenker — du stützt dich nicht ab und du ziehst nicht.

3. Blick — du fährst, wohin du schaust
Der Blick führt die Bewegung: Kopf und Augen erzeugen eine Kette über Schultern und Hüfte bis ins Bike — der Körper folgt der Blickrichtung fast automatisch. Deshalb gilt: Blick voraus auf die Linie, nicht aufs Vorderrad und nicht auf das Hindernis, das du vermeiden willst.

Wichtig zu verstehen: Haltung → Position → Blick ist die Lern- und Nennreihenfolge — beim Fahren wirken alle drei gleichzeitig. Aber beim Lernen (und beim Beheben von Fehlern) beginnt man immer bei der Haltung: Steht sie, lösen sich viele Probleme von selbst.
Trailfahrverhalten — der rote Faden
Die drei Kernelemente in Bewegung nennt der Lehrweg das Trailfahrverhalten: die laufende Anpassung von Haltung, Position und Blick an den Trail — und die Rückkehr in die Ausgangslage, sobald die Situation vorbei ist. Eine Kurve ist Trailfahrverhalten unter der Bedingung „Richtungswechsel“. Eine Stufe ist Trailfahrverhalten unter der Bedingung „Hindernis“. Wer diesen roten Faden einmal verstanden hat, lernt jede neue Technik schneller — weil sie kein neues System ist, sondern eine Variation desselben. Warum wir dabei bewusst nicht mehr von der „Grundposition“ sprechen, habe ich hier im Blog erklärt.

Die drei Bereiche des Lehrwegs — und unsere Level 0–3
Der Lehrweg gliedert die Fahrtechnik in drei Bereiche. Bei GEMMA AUSSI findest du sie als Level wieder — mit einem vorgelagerten Level 0 für den sicheren Einstieg:
| Offizieller Bereich | Unser Level | Worum es geht |
|---|---|---|
| Gewöhnen ans Mountainbike (Einstiegsblock von Basic & Safety) | Level 0 — Fahrsicherheit | Sicher aufsteigen, bremsen, balancieren — die absolute Basis |
| Basic & Safety Skills | Level 1 | Trailfahrverhalten, Blickführung, Kurven, bergauf & bergab — deine sichere Basis auf ersten Trails |
| Trail Skills | Level 2 | Technische Trails: angewandte Kurventechniken, Geländestufen, Serpentinen, Hindernisse |
| Master Skills | Level 3 | Drops, Sprünge, Bunny Hop, Trial-Basics — die Königsklasse |
Wo du gerade stehst, findest du in fünf Minuten mit unserer Level-Selbsteinschätzung heraus — und wie dein Weg durch die Level konkret aussieht, zeigt dir die Übersicht Dein Fahrtechnik-Lehrweg bei GEMMA AUSSI.
Was heißt das für deinen nächsten Kurs?
Wenn du bei uns einen Fahrtechnikkurs in Tirol buchst, bekommst du genau diesen Aufbau: erst die drei Kernelemente als Fundament, dann die Techniken als Anpassung — vom Level-1-Tageskurs über den Kurventechnik-Kurs bis zu den Master-Skills-Formaten. Kein Trick-Sammelsurium, sondern ein Lehrweg, bei dem jeder Schritt auf dem letzten aufbaut — und bei dem du jederzeit weißt, wo du stehst.

Häufige Fragen zum MTB-Fahrtechnik-Lehrweg
Was sind die drei Kernelemente der MTB-Fahrtechnik?
Haltung, Position und Blick. Die Haltung beschreibt, wie aktiv du auf dem Bike stehst (Gewicht auf den Füßen, Arme gebeugt, Rumpf stabil), die Position, wo dein Schwerpunkt über dem Bike ist, und der Blick führt die Bewegung. Jede Fahrtechnik ist die situative Anpassung dieser drei Kernelemente.
Was ist der Unterschied zwischen Basic & Safety, Trail und Master Skills?
Das sind die drei Bereiche des offiziellen Lehrwegs: Basic & Safety Skills umfasst die sichere Basis (inklusive Gewöhnen ans Bike), Trail Skills die Techniken für technische Trails wie Serpentinen und Geländestufen, Master Skills die komplexen Techniken wie Drops, Sprünge und Trial-Basics. Bei GEMMA AUSSI entsprechen sie den Levels 1 bis 3 — mit Level 0 als Einstieg davor.
Woher weiß ich, welches Level ich habe?
Mit unserer Level-Selbsteinschätzung: Du vergleichst dein Fahrkönnen mit klaren Kriterien pro Level — von „meide Wurzeln lieber“ bis „will Drops lernen“. Im Zweifel gilt: lieber ein Level tiefer einsteigen und mit Flow aufsteigen.
Was ist das Trailfahrverhalten?
Das Trailfahrverhalten ist der rote Faden des Lehrwegs: die drei Kernelemente Haltung, Position und Blick in Bewegung — laufend an den Trail angepasst, mit Rückkehr in die Ausgangslage nach jeder Aktion. Jede Technik, von der Kurve bis zum Drop, ist eine Variation davon.
Unterrichtet GEMMA AUSSI nach dem offiziellen Lehrweg?
Ja. Ich bin staatlich geprüfter Gravity-Instruktor und Bikeguide (ÖRV-Ausbildung), und unser gesamtes Kurssystem — Level 0 bis 3 — ist auf den offiziellen Lehrweg von Bikeguide Austria (Cycling Austria) ausgerichtet: gleiche Kernelemente, gleiche Begriffe, gleicher methodischer Aufbau.

Über den Autor: Thomas Baldermann ist staatlich geprüfter Gravity-Instruktor und Bikeguide (ÖRV) und leitet die Bikeschule GEMMA AUSSI in Tirol — Fahrtechnikkurse, geführte Touren und Bike-Reisen, bewertet mit 4,97★ aus über 70 Rider-Stimmen. Quelle des beschriebenen Standards: „Lehrweg Mountainbike Fahrtechnik“ v1.0, Bikeguide Austria / Österreichischer Radsport-Verband (Cycling Austria), © 2026.
Wenn du den Lehrweg nicht nur lesen, sondern fahren willst: hier geht's zu den MTB Fahrtechnik Kursen in Tirol – Level 0 bis 3.

