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Kanada 2025 – eine Mission, zwei Bikes und endlose Trails

Eigentlich war gar nichts groß geplant. Ein paar Wochen vorher war eher die Tendenz, dass heuer vielleicht kein Wegfahren drin ist. Für mich war es das erste Jahr, in dem ich wirklich komplett selbstständig gearbeitet habe – Vollzeit selbstständig, ohne fixes Gehalt im Hintergrund. Viel Arbeit, viel Verantwortung, viel „geht sich das finanziell aus?“, und dazu die Frage: Kann ich mich überhaupt rausnehmen? Kann ich mir das leisten, wegzufliegen, während zu Hause alles auf mir hängt?

Und genau deshalb war ich mir lange nicht sicher, ob Kanada 2025 passiert.

Aber dann ist etwas passiert, was bei uns immer passiert: Teresa und ich haben uns irgendwann im Sommer angeschaut und gesagt: „Gehen wir wieder nach Kanada?“ Und plötzlich hatte der Satz nicht mehr ein Fragezeichen, sondern ein Ziel.

Diesmal war es nicht nur Urlaub. Wir sind mit einer Mission rüber: neue Trails und neue Spots finden für die Gruppenreise 2026. Orte checken, die nicht jeder kennt. Lines fahren, die nicht auf der ersten Seite von Trailforks stehen. Herausfinden: Wo können wir mit Leuten hin, ohne Stress, ohne Overcrowding und trotzdem dieses Kanada-Feeling aus Ruhe, Weite, Meer, Wald, Felsen, Moos, Bären, Salzluft und Adrenalin erleben?

Ein paar Wochen später saßen wir dann wirklich im Flieger von München nach Vancouver. Zwei Bikes eingecheckt, Rucksack voll Vorfreude – aber auch ein bisschen Arbeitsauftrag im Kopf.

Angekommen in Vancouver war der ganze Himmel bedeckt – von Waldbränden, die in BC wüteten. Soviel sei gespoilert: Da wir Ende der Saison unterwegs waren, hatten wir Glück, dass wir die Auswirkungen auf unserer Reise nur minimal mitbekamen.

Der erste Tag lief anders ab als die Jahre davor: kein Camper, sondern ein Pickup wurde vom Verleih abgeholt. Wir hatten eine Tailgate-Matte dabei, damit die Bikes hinten auf der Ladefläche sauber fixiert liegen konnten. Geschlafen haben wir somit heuer nicht im Auto, sondern in kleinen Airbnbs, Hostels und Unterkünften am Meer. Ein bisschen mehr Dusche, dafür ein bisschen weniger Vanlife.

Wieder in Kanada zu sein war auch Teil der Mission: „Wenn du 2026 mit einer Gruppe drüben bist, musst du wissen, was du anbieten kannst.“ Man muss wissen, was angenehm ist, was realistisch ist, was man empfehlen kann.

So hat die Reise begonnen. Nicht nur „Wir fahren nach Kanada“, sondern: „Wir bauen Kanada.“ Für uns – und fürs nächste Jahr.

Setup 2025: Pickup mit Tailgate-Matte (perfekt für die Bikes), Airbnbs & Unterkünfte statt Camper.

Unsere erste Airbnb in Nanaimo war ein Volltreffer: Balkon mit Meerblick, die Sonnenaufgänge zum Niederknien. Schlafen? Teilweise weniger, dem Jetlag sei Dank. Zum Glück war auf der Insel im Vergleich zum Festland deutlich weniger Rauch in der Luft und das Wetter einfach perfekt zum Biken.

Am ersten Biketag war der Weg zum Trailstart kurz – und gleich danach dieser lässige Uphill durch dichten, moosigen Wald: Regenwald-Feeling pur. Die erste Abfahrt war direkt ein schwarzer Trail: technisch, griffig, megaflowig, genau unser Ding. Wir waren so angefixt, dass wir noch einmal hochgetreten sind – haben aber wegen der Wärme (23–24 °C) und zu wenig Wasser nicht bis ganz oben verlängert. Über uns kreisten Adler, am Traileinstieg lag eine Schlange, und an den ersten steinigen Features haben wir schon die ersten Fotos gemacht. Später gab’s noch einen Strandstopp: windig und kalt – ich blieb draußen, Teresa ist trotzdem schwimmen gegangen.

Route: Nanaimo → Port Alberni → Ucluelet. Am Anreisetag haben wir direkt ein kleines Trailnetz ausgecheckt – nicht viele Lines, aber richtig stark. Durch den nächtlichen Niesel hat der Wald geleuchtet: sattes Grün, dunkle Erde, nasses Holz.

Am nächsten Morgen waren wir früh an den Stränden: Morgenstimmung, See­sterne in den Felsen. Danach der Leuchtturm‑Rundweg, Frühstück in der Bäckerei und später noch die Wanderung hinüber zum westlichsten Punkt von Vancouver Island – dieser Blick auf die weite, offene See fühlt sich an wie das Ende der Welt.

Von der Westküste sind wir wieder zurück zur Ostküste gefahren, Richtung Cumberland. Unterwegs haben wir einen Stopp bei einem See eingelegt: Rein in die Badeklamotten und direkt ins Wasser. Kein Plan, kein Programm, einfach nur kurz runterkühlen und grinsen.

Zu Mittag gab’s in Port Alberni bei einem Foodtruck dann die besten – und ehrlich gesagt die ersten – (authentisch mexikanischen) Tacos meines Lebens. So richtig saftig, warm, alles frisch.

Am Nachmittag sind wir zu unserem kleinen geheimen Lieblings-Local-Spot gefahren. Das Trailnetz, das auf keiner Karte offiziell existiert, aber wo jede Line sich anfühlt, als wäre sie genau für dich gebaut worden. Kein Pressure, kein „muss jetzt alles ballern“, kein Ego. Einfach einrollen, Gefühl finden, Spaß haben. Ein halber Nachmittag dort hat komplett gereicht, um voll wieder im „Kanada-Biken“ anzukommen.

Cumberland selbst hat diesen speziellen Vibe. Der Ort war früher ein Minengebiet. Heute ist er so etwas wie ein kleines Mountainbike-Mekka. Man merkt, dass die Szene lebt, aber es ist nicht so übertrieben „Bikepark-Disneyland“, sondern ehrlich. Holzladen, Bäckerei, Leute mit Dreck an den Schienbeinen beim Essen im Restaurant. Genau das mögen wir.

Wir sind dort zwei Tage gefahren. Am ersten Tag sind wir lange hochgetreten und haben uns Trails am Rand eines Canyons angeschaut – technisch, verspielt, genau die Art von Terrain, wo du konzentriert sein musst, aber trotzdem noch mit Leichtigkeit fahren kannst. Kein Sturzmodus, sondern Flow mit Anspruch. Am Abend haben wir dann in der Unterkunft gekocht und den Tag gemütlich im Hostelgarten bei netten Gesprächen mit Kanadieren ausklingen lassen.

Am zweiten Tag sind wir rüber auf die westliche Seite, dort, wo die Double-Black-Trails liegen. Da wird´s schon deutlich anspruchsvoller, aber trotzdem spaßig. Zum Schluss wollte ich unbedingt eine Double-Black-Jumpline fahren. Auf dem Plan war das so ein „Muss ich fahren“. In echt war sie nicht mehr gut gewartet – steil, lose, kaputte Jumps. Ich war zu motiviert, hatte fast ein bisschen zu viel Commitment. Ich war wirklich knapp davor, den ersten richtigen Abflug der Reise zu machen. Ist aber nochmal alles gut gegangen, ein Baum hat mich gerettet.

Unten kommt man in einem Flussbett raus, und schlagartig ist die Stimmung wieder ruhig. Feuchter Waldboden, nasser Farn, gedämpftes Licht, alles weich und grün. Du stehst da, Herz noch bis in die Ohren, Adrenalin im Kopf – und gleichzeitig ist alles um dich herum total friedlich. Danach sind wir im See geschwommen und hatten Zeit, um runterzukommen. Zum Abendessen gab es Burritos im Ort, duschen, Bett. Gutes Ende. Perfektes Ende eigentlich.

Morgens ging mit der Fähre Richtung Sunshine Coast. Die Meerluft strich um unsere Nasen und die Ferngläser waren im Anschlag. Denn wir wollten endlich Wale oder Delfine sehen. Und wir wurden nicht enttäuscht: ganze fünf verschiedene Wale sahen wir während dieser einen Überfahrt. Ein Wal erwies uns sogar die Ehre und machte einen Sprung in die Luft mit gewaltigem Rückenplatscher. So wird sogar eine Fährüberfahrt zu einem richtigen Highlight! Der Plan für den weiteren Tag war eigentlich ganz harmlos: angekommen in Powell River chillen, kein Programm, einfach bisschen Pause machen. Restday halt.

Die Realität: Wir sitzen in einer kleinen Bäckerei zum Lunch, das Wetter macht langsam auf, wir schauen uns an und einer von uns sagt „Wollen wir schnell noch eine kleine Wanderung ins Landesinnere machen? Die würde mich schon noch interessieren!“ Google Maps sagte: „30 Minuten Fahrt zum Ausgangspunkt.“ Wir so: „Ja eh, passt, ist ja dann nix Großes.“
Die Schotterstraße dachte sich dann was anderes. Riesige Löcher, Absätze, Waschbretter. Am Ende haben wir fast anderthalb Stunden gebraucht, und ohne Allrad wären wir da gar nicht hingekommen.

Oben am Startpunkt der Wanderung waren wir komplett allein. Keine anderen Autos, kein Empfang, nichts außer Wald. Und genau dann merkst du, wie laut der eigene Kopf wird: „Hoffentlich kommt jetzt kein Bär um die Ecke.“ Gesehen haben wir keinen – vermutlich umgekehrt schon. Am Gipfel stand eine kleine Hütte, daneben eine Funkstation, die die Holzlaster dort nutzen. Und dann dieser Blick: Seen überall verteilt, Fjorde, Meer dahinter, Berge noch weiter hinten. Kanada hat diese Fähigkeit, dich innerhalb von Sekunden komplett ruhig zu machen.

Zurück im Ort haben wir in unserer Unterkunft eingecheckt, gekocht und vom Balkon den Sonnenuntergang angeschaut. Es war genau diese Mischung aus „wir sind müde“ und „wir sind sehr, sehr zufrieden“.

Und dann kamen die Trails.

Ich war 2019 schon mal in Powell River, da gab es nicht viel. Letztes Jahr 2024 dann mehr. Und heuer noch einmal massiv mehr. Du spürst richtig, wie die Locals da jedes Jahr weiterbauen. Es gibt flowige Uphills, technische Downhills, natürliche Rock-Slabs, die sich für einen kurzen Moment so anfühlen wie ein Free-Fall, die aber so griffig sind, dass du jederzeit die Kontrolle behältst.

Nach dem Fahren kannst du direkt zum See runterrollen, Helm weg, Schuhe weg, rein ins Wasser. Genau so soll Biken sein.

Am zweiten Tag dort sind wir dann noch höher rauf, in ein Gebiet mit Trails, die nicht auf Trailforks eingetragen sind. Eine Bikerin von dort hat uns am Vortag so halb erzählt, dass „da oben schon noch was geht“, aber nicht gesagt, wo. Also sind wir suchen gegangen – und haben’s gefunden. Die Pro-Line dort war richtig heftig. Ich hab mehrere Anläufe gebraucht, bis ich die erste Sektion wirklich sauber gefahren bin. Und als es dann endlich gepasst hat, war das so ein richtiger „Ja, genau deswegen sind wir hier“-Moment. Zurück nach unten ging’s dann über eine wunderschöne loamige Line, diese weiche Erde, dieses Gefühl von „der ganze Trail ist eigentlich ein Kissen“. Und dann stehst du wieder unten am See und genießt die Sonne im Gesicht. Ruhe, Entspannung, Glück.

Auf dem Weg weiter Richtung Süden haben wir einen Stopp in einem Naturschutzgebiet gemacht und sind dort durch den Regenwald gewandert. Es war nicht sonnig, eher grau mit ein bisschen Niesel – aber genau das macht diese Wälder so schön. Alles glänzt. Alles ist frisch. Alles hat diesen tiefen Grünton.

In der Unterkunft hatten wir dann Hallenbad und Hot Tub. Wir dachten zuerst: „Yes, Recovery.“ Im Nachhinein: „Yes, bleached swimwear.“ So viel Chlor im Wasser, dass die Badesachen danach eher weiß als farbig waren. Egal. War trotzdem gut.

Abends wollten wir noch essen gehen, koreanisch. Für kanadische Verhältnisse waren wir aber schon spät dran (20 Uhr ist dort teilweise „Küche macht gleich zu“). Also gab’s das Essen to go, und wir haben einfach draußen im Garten gegessen. Das ist etwas, das ich an diesen Reisen liebe: Nichts muss fancy sein, damit es gut ist.

Am nächsten Morgen sind wir in Roberts Creek auf die Trails. Das war einer der Momente, wo du wirklich das Gefühl hast, du fährst gerade in die Wildnis rein und nicht in ein offizielles Trail Center. Weit rauf über Forstwege und Steige, alles ruhig, alles feucht, alles steil. Du drehst dich manchmal um, schaust in den Wald rein und hast kurz so ein „Da schaut uns wer zu“-Gefühl, es ist fast ein bisschen unheimlich.

Lustig war dann: Am eigentlichen Traileinstieg sind aus allen Richtungen Leute aufgetaucht, alle mit demselben Gesichtsausdruck wie wir. Alle waren hergekommen, um genau diese versteckte Line zu finden. Alle hatten dieses leicht nervöse Grinsen. Und dann fährst du los – loamig, steil, noch rutschig vom Regen, aber unfassbar spaßig, sobald du dich traust, es laufen zu lassen.

Und weil ich natürlich nicht locker lassen konnte, wollte ich danach unbedingt noch mal hoch. Es gab da eine Jumpline, die ich vom Jahr davor noch im Kopf hatte. Teresa hat die ersten Sprünge super mitgenommen, ich bin die Line dann durchgesprungen, wollte sie ein drittes Mal zum Fotomachen fahren, rutschte aber vom Pedal ab und haute mir das Schienbein so richtig schön auf, ein recht tiefer Cut. Sofort rinnt ein kleiner roter Bach mein Bein runter. Steri-Stripes drauf, weitermachen. Es hat genervt, aber ich kenne mich: Ich wäre grantiger gewesen, wenn ich sie nicht probiert hätte.

Zum Abschluss sind wir runter ans Meer, denn es letzter Tag an der Sunshine Coast und den wollten wir nochmal in vollen Zügen genießen. Und dann hatten wir noch diesen Moment, der wirklich Kanada schreit: Auf dem Weg zum Strand ist ein großer Schwarzbär gemütlich über die Straße gelaufen. Kein Stress, keine Panik, einfach ein Tier, das da spaziert. Wir saßen im Auto, Fenster oben, und haben ihn in Ruhe beobachtet. Danach sind wir noch kurz am Strand gelegen und Teresa hat den obligatorischen Sprung ins Meer gewagt. Trotz kleiner Wunde waren wir auch mit diesem Tag in BC superhappy.

Abends führte uns unsere letzte Fährfahrt bei schönster Sonnenuntergangsstimmung wieder aufs Festland, wo wir in Squamish einen kurzen Stopp für Burger einlegten und dann schließlich in Whistler ankamen.

Whistler war eigentlich als Ruhetag gedacht. Mein Schienbein hat nach Roberts Creek ordentlich gezogen. Der Körper war müde. Die Vernunft hat gesagt: „Heute Pause.“
Die Realität hat gesagt: „Naa.“

Also sind wir auf die Seite ohne Lift, sind selbst hochgetreten – knapp 800 Höhenmeter – und haben uns einen richtig schönen Trail gegönnt. Kein Stress, kein „muss schneller“, sondern einfach rollen, schauen, fühlen. Danach sind wir direkt an den See gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht. Beine ins Wasser, Kopf runterfahren.

Am Tag danach sind wir dann in den Whistler Bike Park. Und ganz ehrlich: Whistler ist einfach eine eigene Welt. Du hast schnelle Lifte, endlos viele Lines, und du stehst oben und siehst einfach Berge, Gletscher, Weite. Obwohl es schon Mitte September war, liefen die Bahnen noch.

Wir sind rüber zur Creekside, weil da ein Double-Black-Trail auf der Liste stand, den wir eigentlich schon letztes Jahr fahren wollten. Am Einstieg dann das Schild: Trail gesperrt wegen Cougar-Familie in dem Bereich. Okay. Kein Diskutieren. Die Wildnis Kanadas hat immer noch das letzte Wort.

Also sind wir andere Lines gefahren. Mein Highlight war die A-Line. Frisch geshaped, logisch gebaut und viel Airtime. Ich hab sie mir einmal in Ruhe angesehen und bin sie dann im zweiten Run komplett durchgesprungen. Dieses Gefühl, wenn alles passt – Tempo, Rhythmus, Landung, Vertrauen – das ist schwer zu beschreiben, aber du weißt sofort: Genau deswegen machst du das alles.

Am zweiten Tag im Park sind wir dann eher auf den technischen Sachen geblieben, viele Fotos gemacht, viel herumprobiert, und sind am Nachmittag wieder zurück an den See. Das wurde so ein Muster in Whistler: Biken, biken, biken und chillen am See. Besser geht’s eigentlich nicht.

Nach Whistler sind wir nach Squamish weitergezogen und haben dort unsere letzte Station gehabt. Squamish ist anders als Whistler. Roh. Verspielt. Und unendlich.

Der ersten Tag war ein Freitag und ausgerechnet an dem Tag ist der Shuttle nicht gefahren. Also sind wir einfach selber hochgetreten und die Trails dort gefahren, wo du mit Shuttle nicht hinkommst. Da merkst du sehr schnell: Du könntest hier locker eine Woche bleiben und würdest trotzdem nicht alles fahren. Es gibt so viele Varianten, so viele Lines, die alle einen anderen Charakter haben.

Am zweiten Tag haben wir uns dann ein Shuttle gegönnt. Oben sind wir in Lines reingefahren, die in Trailforks offiziell auftauchen, später auch in ein paar Secretlines. Manche der Trails hier waren so unglaublich gut, so richtig logisch gebaut, schön schnell, verspielt. Andere waren schon sehr alt, kaputt, wurzelig, vergessen – aber genau das hat auch seinen Charme. Das ist nicht Park. Das ist nicht „geshaped“. Das ist „so fährt man hier halt“.

Unsere Unterkunft in Squamish war zwar recht klein, aber richtig angenehm und direkt bei den Trails. Es war der vorletzte Abend der Reise, und du spürst da schon dieses leise „Das war’s fast“. Kein Stress, keine Dramatik. Eher Dankbarkeit.

Der letzte volle Tag war dann komplett unromantisch und trotzdem schön: ausschlafen (endlich), waschen (endlich eine Waschmaschine), Bikes putzen, alles zerlegen und wieder verpacken. Das dauert immer länger, als man denkt. Abends sind wir noch runter an den Strand, haben in der Abendsonne einfach nur aufs Meer geschaut und dabei sogar ein paar Robben gesehen. Danach sind wir dort in einer kleinen lokalen Brauerei zum Abschlussessen gegangen. Kanada verabschiedet sich nicht mit einem großen Feuerwerk, sondern eher mit einem ruhigen Sonnenuntergang über dem Meer.

Am Abflugtag sind wir noch einmal nach Vancouver rein, haben den Vormittag am Strand verbracht, Postkarten geschrieben und verschickt. So ein kleines Ritual: ein paar Worte auf Papier für unsere lieben Menschen daheim, während im Hintergrund der Pazifik rauscht.

Danach haben wir den Pickup zurückgegeben und sind zum Flughafen gefahren worden – Bikes wieder im Koffer, traurig und glücklich zugleich, unser Kopf jedenfalls voller schöner Erlebnisse und großartiger Bilder – und dann sahen wir Kanada plötzlich wieder unter uns aus dem Flugzeugfenster.

Was bleibt?

Vancouver Island in der Morgendämmerung mit Kaffee am Balkon um 6 Uhr früh, weil du eh nicht mehr schlafen kannst.
Ucluelet mit Leuchtturm, Seesternen und diesem Gefühl „da draußen kommt lange nichts mehr“.
Cumberland, das auf einem alten Minengelände steht und heute komplett auf Biken ausgerichtet ist.
Powell River, wo du nach jedem Trail direkt in einen See springen kannst.
Roberts Creek, wo du dir das Schienbein aufreißt und zehn Minuten später einen Braunbär siehst.
Whistler, wo du merkst, wie gut sich Fliegen ohne Flügel anfühlen kann.
Squamish, wo du nach zwei Tagen schon das Gefühl hast, eigentlich bleiben zu wollen.

Und dann noch das hier:
Wir sind nicht nur gefahren, um zu fahren. Wir sind rüber, um Spots zu finden. Für 2026. Für Leute, die wir mitnehmen wollen. Für Trails, die wir wirklich empfehlen können. Für Orte, die sich echt anfühlen und nicht nach Verkaufsprospekt.

Kleiner Ausblick: 2026 gibt’s eine Gruppenreise nach British Columbia (Kanada). Kleine Gruppe, viel Trail-Flow und die Spots, die wir heuer und letztes Jahr scouten konnten – Vancouver Island, Sunshine Coast, Squamish & Co. Keine Hektik, dafür Meerluft, Regenwald und feine Lines. Wenn du unverbindlich Infos möchtest, trag dich auf die Interessensliste ein oder schreib mir direkt – dann bekommst du als Erste:r die Details.

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Thomas Baldermann
Gütesiegel „staatlich geprüft“ Reisebüro